EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Lage (Lippe) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2020 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bahnstation Lage (Lippe) Bahnstation Lage (Lippe)

Bau und Streckeneröffnung

Das Fürstentum Lippe erhielt erst sehr spät einen Eisenbahnanschluss. Die eingleisige Hauptbahn wurde von der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft geplant und gebaut. Das Planum wurde für zwei Gleise ausgelegt. Die Eröffnung der 29,67 km langen Stichbahn von Herford über Lage (Lippe) nach Detmold sollte noch vor Weihnachten 1880 erfolgen. Sie musste jedoch, bedingt durch ein Unwetter mit Überschwemmungen, auf den 31. Dezember 1880 verschoben werden.

Das Empfangsgebäude Lage (Lippe)

Zur Streckeneröffnung wurde auch das 42 Meter lange, einstöckige Empfangsgebäude aus Bachsteinfachwerk in Betrieb genommen. Am südlichen Gebäudeende befand sich ein Güterschuppen mit Rampe. Im Gebäude befanden sich die Schalter für die Fahrkartenausgabe und die Gepäckaufbewahrung sowie zwei Wartesäle für die I. und II. Klasse und die III. und IV. Klasse. Neben den Diensträumen gab es eine Zweigstelle der „Kaiserlichen Post“ und eine Bahnhofsgaststätte. Südlich des Empfangsgebäudes war ein Güterschuppen aus Backstein errichtet worden. Für die Bahnbeamten war ein Wohnhaus in Massivbauweise errichtet worden.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Die Gleisanlagen wurden erweitert und 1884 mit Anschlussgleisen für die Lippische Zuckerfabrik, das Städtische Gaswerk sowie vier weiteren Firmen versehen. Nach der Verstaatlichung der Eisenbahnen 1880 durch die Preußischen Eisenbahnen konnte die Streckenverlängerung nach Himminghausen gebaut werden. Sie wurde am 11. Juli 1895 eröffnet. Die Bauarbeiten der Strecke Hameln - Lemgo - Lage - Bielefeld begannen 1895. Der erste Streckenabschnitt konnte am 9. Juli 1896 in Betrieb genommen werden. Die Gesamtstrecke nach Hameln wurde am 31. Oktober 1897 in Betrieb genommen. 1901 begannen die Umbauarbeiten im Bahnhof für die am 1. Oktober 1904 eröffnete Begatalbahn. Im Bahnhof kreuzt die Strecke von Herford nach Himminghausen.

Das zweite Empfangsgebäude

1901 wurde das alte Stationsgebäude abgerissen. Danach begannen die Bauarbeiten an einem neuen, zweistöckigen Empfangsgebäude aus Backstein das mit Bogenfenstern versehen wurde. Der überdachte Hausbahnsteig ruhte auf gusseisernen Stützen mit eisernen Konsolen. 1903 ging das neue Gebäude in Betrieb. Für den Verkauf von Bahnsteigkarten wurde erstmals ein Automat eingesetzt. Auf der Ostseite des Bahnhofs baute man einen Wasserturm.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

In den 1920er-Jahren wurde die Gleisanlage umgestaltet. Dabei stellte man die Weichen auf Fernbedienung um. Dafür baute man drei Stellwerksbauten mit mechanischen Stellwerken. Die fünf Bahnsteige wurden durch einen Personentunnel verbunden. Am 2. April 1945 übernahmen amerikanische Truppen den Bahnhof und begannen mit den ersten Reparaturen an den Strecken. 1952 baute die Deutsche Bundesbahn eine Dieseltankstelle für die Kleinbahn Lokomotiven (Köv II und III). Sie wurden für den Rangierdienst im Bahnhof vorgehalten. 1974 wurde der Wasserturm abgerissen. 1975 riss man das Fahrdienstleiter-Stellwerk auf dem Bahnsteig B ab. Das Empfangsgebäude stellte die Stadt im August 1988 unter Denkmalschutz. Am 1. April 1999 stellte man den Güterverkehr im Bahnhof ein. 2004 verkaufte die Deutsche Bahn AG das Gebäude an eine Privatperson. 2013 wurde die Gleisanlage verschlankt und die Bahnsteige erneuert sowie der Hausbahnsteig geschlossen. 2015 nahm ein Neues, Elektronisches Stellwerk [Lzf] den Betrieb auf.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude sanierte der neue Eigentümer und vermietete die Räume an Gewerbebetriebe. Der Güterschuppen dient als Signalwerkstatt. Die Gleiswaage gibt es ebenfalls noch.
Planung und Konzession
Bilder Lage (Lippe)
Bahnhof von 1880
Luftaufnahme
Bahnhof von 1903
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