EINE DOKUMENTATION

Bau und Streckeneröffnung

Am 22. September 1889 einigten sich das Fürstentum Lippe und Preußen über die Finanzierung einer Eisenbahnstrecke von Bielefeld nach Hameln. Die Strecke wurde in mehreren Teilstrecken gebaut. Am 1. Oktober 1903 eröffneten die Preußische Staatseisenbahnen den 10,33 km langen Streckenabschnitt von Lage nach Oerlinghausen. Das letzte 11,44 km lange Teilstück und damit die Gesamtstrecke zwischen Oerlinghausen und Bielefeld ging am 1. Oktober 1904 in Betrieb. Der Bahnhof liegt im Ortsteil Asemissen der Gemeinde Leopoldshöhe. Bei der Streckeneröffnung erhielt der Bahnhof den Namen der wichtigen Stadt Oerlingshausen. Die Bahnstation lag 3 km außerhalb des Stadtzentrums.

Das Empfangsgebäude Oerlinghausen

Das Empfangsgebäude hob sich deutlich von den üblichen Hochbauten der Strecke ab. Es entstand ein zweigeschossiges, massives Gebäude mit zum Teil verklinkerten und verputzten Fassaden mit quer liegendem Giebelrisalit. Im Stationsgebäude gab es einen Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter. Der Hausbahnsteig hatte eine Überdachung. Der Inselbahnsteig war befestigt aber ohne Dach. Im Westen gab es einen kleinen Anbau für einen Güterschuppen mit Rampe. Ein Abort befand sich östlich des Gebäudes. Im Bahnhof gab es ein Kreuzungsgleis sowie mehrere Gütergleise, die zu zwei Güterschuppen führten.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Nachdem die Gesamtstrecke durchgängig befahrbar war, erhielt das Stationsgebäude einstöckige Anbauten für die Post und eine Gaststätte. Sie waren teilweise aus Fachwerk errichtet worden. 1939 gab es im Bahnhof zwei mechanische Stellwerke und eine Feuergutsrampe. 1996 wurden die Gleisanlage um die Gütergleise verkleinert und die Bahnsteige saniert. Die alten Stellwerke wurden stillgelegt und ein elektronisches Stellwerk installiert. In dem neuen Anbau befindet sich der Rechnerraum. 2005 schloss die Bahnhofsgaststätte.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude wurde verkauft und dient heute als Café. Die DB-Netze mietete im Gebäude die Stellwerksräume an. Das ursprüngliche Stationsgebäude ist erhalten geblieben, die einstöckigen Anbauten im Osten wurden abgerissen. Im Westen entstand ein neuer Anbau ohne Fenster, in dem sich auch der Rechner für das neue Stellwerk befindet.
Planung und Konzession
Die Eisenbahn “kam” am 1. Oktober 1903 nach Oerlinghausen. Also 68 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Oerlinghausen hatte zu diesem Zeitpunkt 2.772 Einwohner (Ende 2018 waren es 16.282 Einwohner). Oerlinghausen gehört seit 1969 zur Gemeinde Leopoldshöhe.
Bilder Oerlinghausen
Luftaufnahme
Bahnstation Oerlinghausen © Copyright 2000 - 2020 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Oerlinghausen Empfangsbegebäude Mai 2009 Begatalbahn Bielefeld Hbf Hameln Im Bau
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