EINE DOKUMENTATION
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Bau und Streckeneröffnung

Am 17. April 1857 begannen die Bauarbeiten an der Ruhr-Sieg- Strecke. Am 6. August 1861 eröffnete die Bergisch-Märkische Eisenbahn- Gesellschaft (BME) den Streckenabschnitt der Ruhr-Sieg-Strecke von Altena (Westf) nach Siegen. Die Eröffnung der 106 Kilometer langen Gesamtstrecke war am 6. August 1861. Im Raum Meggen gab es große Vorkommen an Schwefelkies, die aufgrund mangelnder Transportmöglichkeiten nicht abgebaut werden konnten. Das änderte sich mit Eröffnung der Ruhr-Sieg-Eisenbahn. Allerdings musste der Schwefelkies mit Pferdefuhrwerken zum Bahnhof Grevenbrück transportiert, um dort auf die Bahn verladen zu werden.

Das Empfangsgebäude Grevenbrück

Mit Eröffnung der Strecke ging auch das aus Bruchstein im Stil der englischen Tudorgotik errichtete Stationsgebäude in Betrieb. Es bestand aus einem giebelständigen, zweieinhalb stöckigen Querhaus. Alle Fenster verfügten über Tudorbogen (leicht geschwungene Spitzbögen). Über dem Eingangsbereich gab es einen Uhrenturm. Im Untergeschoss waren die Wartesäle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter untergebracht. Die Obergeschosse wurden als Wohnungen ausgebaut. Gegenüber dem Stationsgebäude wurde ebenfalls aus Bruchstein ein Güterschuppen mit Kopf- und Seitenrampen errichtet. Die Fenster und Türen hatten Segmentbögen. Im Bahnhof gab es einen Mittelbahnsteig, der zunächst kein Überdachung hatte. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II.

Weitere Ausbauten oder Änderungen.

1893 entstand auf dem Mittelbahnsteig eine Bahnsteigüberdachung. Die einstieligen Stützen setzten sich aus zwei zusammengenieteten Eisenbahnschienen zusammen. Ein Eisenring hielt die sich verzweigenden Träger im oberen Teil zusammen. Das Dach im Schmetterlingsstil bestand aus Holz mit einer Bedeckung aus Dachpappe. 1904 wurde das Stationsgebäude erweitert. 1910 baute man an dem Mittelbau beidseitig einstöckige, traufenständige Seitenflügel an. Später erfolgten weitere Anbauten an den Seitenflügeln. Bis zum Jahr 1912 wurde der Schwefelkies und der Schwerspat verladen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Güterschuppen einen Anbau aus Backstein. 1964 installierte die Deutsche Bundesbahn (DB) im Bahnhof ein Stellwerk. 1969 baute die DB das Stellwerk um. Seit 1991 steht das Empfangsgebäude und die Bahnsteigüberdachung unter Denkmalschutz. 2002 ist das Stellwerk aus dem Betrieb genommen und abgerissen worden. 2007 begannen die mehrjährigen Umbaumaßnahmen am Stationsgebäude. Dabei erhielt das Dachgeschoss seine beidseitigen jeweils drei und zwei Dachgauben. 2009 änderte die DB den Bahnhofsnamen von Grevenbrück (Westf) in Lennestadt- Grevenbrück um.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Der Baustil ist in Westfalen eher selten. Trotz mehrfacher An- und Umbauten ist der Charakter des Empfangsgebäudes im Zustand von 1910 erhalten geblieben. Das Gebäude wird heute als Kulturbahnhof sowie als Restaurant genutzt.
Bahnhof um 1924
Luftaufnahme
Bilder Grevenbrück (Westf)
Bahnhof um 1924 Planung und Konzession
Hagen - Haiger Hagen Hbf Haiger