EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Lennestadt-Altenhundem von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Lennestadt-Altenhundem Bahnstation Lennestadt-Altenhundem PANORAMA

Bau und Streckeneröffnung

Am 17. April 1857 begannen die Bauarbeiten an der Ruhr-Sieg- Strecke. Knappe Finanzen führten dazu, die Strecke nur eingleisig zu bauen. Nur die Brücken und Tunnel wurden bereits für ein zweites Gleis angelegt. Der breite Talboden in Altenhunden ermöglichte das Anlegen einer größeren Bahnstation. Die Gemeinde hatte damals 624 Einwohner. Am 6. August 1861 eröffnete die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME) den Streckenabschnitt der Ruhr-Sieg-Strecke von Altena (Westfalen) nach Siegen. Die Eröffnung der 106 Kilometer langen Gesamtstrecke war am 6. August 1861. In Altenhunden begann der Streckenanstieg mit einem Höhenunterschied von 135 Metern (16 ‰) nach Welschenennest. Dafür mussten im Bahnhof Schubloks vorgehalten und Gleise für die Teilung der Güterzüge verlegt werden. Im Bahnhof gab es eine kleine Lokstation mit sechständigem Lokschuppen und Drehscheibe.

Das Empfangsgebäude Altenhundem

Das auf rechteckigem Grundriss errichtete, zweistöckige, traufenständige Stationsgebäude aus festem Porphyr (purpurfarbenes vulkanisches Gestein) im Bogenstil war sehr schlicht gehalten. Das Gebäude hatte ein mit Schiefern bedecktes Satteldach. Zur Straßenseite hin war ein symmetrischer Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt), vorhanden. Im Erdgeschoss gab es einen Wartesaal mit Fahrkartenschalter. Im Obergeschoss befand sich die Dienstwohnung des Stationsvorstehers. Ein Güterschuppenanbau ergänzte das Gebäude. Der Hausbahnsteig war mit einer Plattenabdeckung befestigt. Je zwei Wasserkräne, die durch eine Dampfkraft betriebene Pumpe versorgt wurden, standen an den beiden Bahnhofsköpfen.

Weitere Änderungen und Ausbauten

Von 1866 bis 1880 verlegte man das zweite Streckengleis auf der Ruhr-Sieg-Strecke. 1875 baute die BME südlich der Lokstation ein Bahnbetriebswerk (BW) mit zehnständigen Rundlokschuppen. Am 3. Mai 1886 begann auf der Strecke nach Langenei der Bahnbetrieb. Die Strecke wurde am 25. September 1966 stillgelegt. Im Jahr 1900 vergrößerte man das Empfangsgebäude in Richtung Norden durch einen großen, giebelständigen, zweistöckigen Anbau. Der Hausbahnsteig wurde überdacht und der Güterschuppen und die Wagenreparaturhalle vergrößert. Durch die dramatisch ansteigende Zahl an Bahnbediensteten baute die preußische Eisenbahnverwaltung sechs Wohnhäuser. Eines davon ist das dreistöckige Wohngebäude, das direkt an das Stationsgebäude angebaut wurde. 1913 wurden weitere 15 Wohnhäuser für die Bahnmitarbeiter gebaut. Am 3. Juni 1914 ging die Strecke nach Birkelbach in Betrieb. Die Strecke wurde am 31. Dezember 1980 stillgelegt. 1918 baute man die Gleisanlage und das BW weiter aus. Es erhielt einen weiteren 29- ständigen Ringlokschuppen mit Drehscheibe und eine Betriebswerkstatt. Das Empfangsgebäude wurde ebenfalls umgebaut. 1927 baute die Deutsche Reichsbahn einen großen Güterbahnhof und erweiterte das Stationsgebäude abermals. Ein Personentunnel zu den zwei Mittelbahnsteigen wurde eröffnet. Die Überdachung folgte 1928. Als wichtiger Eisenbahnknoten und Güterbahnhof wurde der Bahnhof ab Oktober 1944 mehrfach bombardiert. Am 19. Dezember 1947 fuhren bereits wieder die ersten Züge 2003 kaufte die Stadt Lennestadt das Bahnhofsgebäude und sanierte es bis 2008.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Bei den vielen Umbauten und Erweiterungen ist es schwer, den heutigen Zustand der Baulichkeiten mit dem Ursprünglichen Bauten zu vergleichen. Die sehr große Gleisanlage wurde wesentlich verjüngt. Das Bahnbetriebswerk und der Güterschuppen abgerissen. Das Empfangsgebäude entspricht dem letzten Umbau von 1918 und ist erhalten geblieben. Das frühere Eisenbahnerwohnhaus dominiert allerdings das eigentliche Stationsgebäude. Der Bahnhofsvorplatz ist heute ein beliebter Begegnungsort der Bürger geworden.
276,0
Bahnhof um 1905
Luftaufnahme
Bilder Altenhundem
Bahnhof um 1905 Planung und Konzession Hagen - Haiger Hagen Hbf Haiger