EINE DOKUMENTATION
Bahnstation Lauda © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Ursprünglich war für Lauda kein Bahnhof geplant, bis die Projektierung der „Taubertalbahn“ und deren Kreuzung mit der „Odenwaldbahn“ doch noch einen Bahnhof vorsah. Am 1. November 1866 wurde die 53,48 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Osterburken über Königshofen (Baden) nach Lauda bis zur bayerischen Staatsgrenze von den Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) in Betrieb genommen. Zunächst wurde ein provisorisches Empfangsgebäude am 1. März 1866 fertiggestellt. Es befand sich am Platz des späteren Ämtergebäudes. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 10. Oktober 1867 wurde die 12,53 Kilometer lange Strecke nach Hochhausen (Tauber) in Betrieb genommen. Die 18,9 Kilometer lange Verlängerung nach Wertheim wurde am 15. Oktober 1868 eröffnet. Dabei entstand eine Lokstation, die gegenüber des Stationsgebäudes im Herbst 1868 zu einem Bahnbetriebswerk ausgebaut wurde. Am 23. Oktober 1869 wurde zwischen Lauda und Königshofen (Baden) ein zweites Streckengleis verlegt.

Das Empfangsgebäude Lauda

Das symmetrische, im Stil des Klassizismus hergestellte Stationsgebäude in Seitenlage wurde 1872 in Betrieb genommen. Es war baugleich mit dem Bahngebäude in Osterburken. Das mehrgliedrige Gebäude war mit einer einstöckigen, giebelständigen Eingangshalle, die von beiden Seiten durch traufenständige, einstöckige Flügelbauten ergänzt wurde. An beiden Flügelenden vervollständigte ein jeweils zweistöckiger, quadratischer Eckbau mit Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) und flachem Walmdach das Gesamtgebäude. Im Süden war ein Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) angebaut worden, in dem eine Treppe zum Obergeschoss führte. Das Erdgeschoss verfügte über hohe Rundbogenfenster und Türen, die Eckbauten in Obergeschoss hatten Rechteckfenster. Die Eingangshalle besaß an Orts- und Gleisseite drei gekuppelte Portalbögen (breite Öffnung durch Stützen unterteilt) mit Portalsäulen. In den Giebeln war ein Radfenster (rundes Fenster) als Blickfang verbaut worden. Gurtgesimse (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) gliederten die Stockwerke. Die Gleisanlage und der Güterbahnhof waren entsprechend der Lage im Schienennetz ausgefallen. Der Bahnhof besaß eine besondere Eilgutabfertigung und gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 10. Mai 1888 wurde ein zweites Streckengleis von Lauda zur Bayrischen Grenze bei Kirchheim verlegt. Dabei entstand auch zwischen dem Gleisen 1 und 2 ein Zwischenbahnsteig, auf dem an beiden Enden Wasserkräne installiert wurden. Dieser Bahnsteig war für die Reisenden nicht zugänglich. Ein Personentunnel zu den Bahnsteigen wurde gebaut. 1906 wurde neben dem Empfangsgebäude ein Ämtergebäude der in Lauda ansässigen Inspektion fertiggestellt. Es wurde ab 1929 vom Ausbesserungswerk genutzt. Am 1. Februar 1976 wurde das Bahnbetriebswerk dem BW Stuttgart unterstellt und später geschlossen. 2014/15 wurden von der Deutschen Bahn AG (DBAG) eine umfangreiche Modernisierung des Bahnhofs durchgeführt. Die Bahnsteige wurden erhöht und eine neue Fußgängerunterführung gebaut. Die Inselbahnsteige erhielten neue Überdachungen. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude ist weitgehend in seinem Urzustand erhalten geblieben. Das Stationsgebäude und Teile des Bahnbetriebswerkes sowie andere Bahnhochbauten wurden unter Denkmalschutz gestellt.
Bilder Lauda
Bahnhof 1871
Luftaufnahme
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