EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Sankt Goarshausen von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2020 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bahnstation St. Goarshausen Bahnstation St. Goarshausen

Bau und Streckeneröffnung

Am 22. Februar 1862 baute die Wiesbadener Eisenbahn-Gesellschaft die 56,6 km lange rechte Rheinstrecke zwischen Rüdesheim und Oberlahnstein weiter aus. Die zunächst eingleisige Gesamtstrecke von Wiesbaden nach Niederlahnstein wurde am 3. Juni 1864 in Betrieb genommen. Der Bahnhof verfügte anfangs über ein Durchfahr-, Ausweich- sowie ein Abstellgleis zum Güterschuppen.

Das Empfangsgebäude St. Goarshausen

Das zweigeschossige Empfangsgebäude von 1862 war ein Typenbau des Klassizismus. Der traufenständige Putzbau mit Fugenschnitt besaß zum Teil mit Radialsprossen versehene Rundbogenfenster. Zur Straßenseite hatte das Gebäude einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt). Durch ihn gelangten die Reisenden in die Schalterhalle. Nördlich des Stationsgebäudes gab es ein Toilettenhäuschen. Südlich des Gebäudes war ein Güterschuppen aus verputztem Backstein errichtet worden. Ein Abstellgleis führte zur Seiten- und Kopframpe des Güterschuppens. Das verlängerte Dach des Gebäudes schützte die Seitenrampe vor der Witterung.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Um 1870 wurde das zweite Streckengleis verlegt. Am 18. September 1900 nahm die Nassauische Kleinbahn die 16,9 km lange Schmalspurstrecke (1.000 mm) von St. Goarhausen nach Nastätten in Betrieb. In den 1930er-Jahren erhielt das Gebäude einen einstöckigen Anbau aus Klinker mit abschließender Rotunde und Flachdach (ähnlich Oestrich-Winkel) . Das Flachdach zog sich vom Eingangsbereich über den südlichen Giebel, bis weiter über den gesamten Hausbahnsteig. 1952 stllte man den Betrieb auf der Kleinbahn nach Nastätten ein. Auf dem Hausbahnsteig wurde ein Stellwerksanbau errichtet. 2007 ging das Stellwerk aus dem Betrieb. Im Dezember 2009 begannen die Sanierungsarbeiten an den Bahnsteiganlagen. Dabei wurde auch der Güterschuppen abgerissen.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude ist im Kern erhalten geblieben. Der Fugenschnitt wurde wahrscheinlich mit der Gebäudeerweiterung um 1930 entfernt. Leider wurde das gesamte Erdgeschoss zur Straßenseite hin mit weißer Farbe überstrichen.
Bahnhof um 1863
Luftaufnahme
Bilder St. Goarshausen
Bahnhof um 1863 Planung und Konzession Rechte Rheinstrecke Wiesbaden Hbf Niederlahnstein
Im Bau
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