EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Lünen Süd von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Zur Entlastung des Eisenbahnnetzes im Ruhrgebiet wurde am 1. Mai 1905 die von den Preußische Staatseisenbahnen gebaute, zunächst eingleisige 77 Kilometer lange Strecke zwischen den Rangierbahnhöfen Oberhausen-Osterfeld Süd und Hamm (Westf) eröffnet. Der Bahnhof war für die Zugbildung und Zugauflösung für den starken Kohleverkehr gebaut worden. Der Personenverkehr auf dieser Strecke blieb jedoch immer schwach.

Das Empfangsgebäude Lünen Süd

Das mehrgliedrige, zweistöckige Stationsgebäude aus Fachwerk im Heimatstil errichtet, besaß einen giebelständigen Gebäudeteil mit Walmdach, der im Westen durch eine einstöckige Gebäudegruppe ergänzt wurde. An dieser Stelle baute man einen vorgesetzten Eingangsturm mit Bahnhofsuhr an. Der giebelständige Gebäudeteil war im Erdgeschoss verputzt, das Obergeschoss und der Dachgeschossgiebel mit Schiefer verkleidet worden. Bei den einstöckigen Gebäudeteilen war das Fachwerk sichtbar. Auf dem Hausbahnsteig wurde ein Stellwerksraum und ein Windfang angebaut. Im Erdgeschoss waren ein Fahrkarten- und Gepäckschalter, Warteraum sowie zwei Bahnhofsgaststätten untergebracht. Im Obergeschoss gab es eine Wohnung für den Bahnhofsvorsteher, der eine Residenzpflicht hatte. Im Osten gab es eine separate Güterabfertigung mit Seiten- und Kopframpe, die durch drei Abstellgleise direkt bedient wurde. Der Bahnhof verfügte 1982 über weitere zehn Umfahrgleise. Er wurde durch einen weiter östlich gelegenen Güterbahnhof mit elf Übergabegleisen ergänzt. Es gab einen Gleisanschluss zum Hafen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II.

Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen

1912 wurde das zweite Streckengleis verlegt. 1967 installierte die Deutsche Bundesbahn (DB) auf der Gesamtstrecke eine Oberleitung und baute ein Stellwerksgebäude (Lsf) auf der anderen Gleisseite. Den Personenverkehr zwischen Hamm (Westf) und Gelsenkirchen-Buer stellte die DB am 29. Mai 1983 ein. 1986 wurde das Empfangsgebäude renoviert. 2012 legte die Deutsche Bahn AG (DBAG) das Stellwerk von 1967 still und riss die Stellwerksgebäude (Lü) und (Ot) in den Bahnhofsköpfen ab. Am 11. September 2020 wurde der Personenverkehr nur noch von Hamm (Westf) zum Abzweig Blumenthal bedient.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Die Verfüllungen des Fachwerks mit Putz sind erst deutlich nach 1986 vorgenommen worden. Von der Güterabfertigung gibt es nur noch ein Hinweisschild aus Bundesbahnzeiten. Die Gleisanlagen werden nach wie vor für den Güterverkehr genutzt. Ob das Empfangsgebäude verkauft wurde, ist nicht bekannt.
Bahnhof von 1905
Luftaufnahme
Bilder Süd
Bahnhof von 1905 Oberhausen - Hamm (Westf) Oberhausen-Osterfeld Süd Hamm (Westf) Planung und Konzession

Bahnstation Lünen Süd