EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Löhne (Westf) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 15. Oktober 1847 eröffnete die Cöln-Mindener Eisenbahn- Gesellschaft (CME) das 116,27 Kilometer lange, eingleisige Teilstück zwischen der lippischen Landesgrenze bei Minden und Hamm (Westf). Zunächst wurde eine Betriebsstelle am 21. November 1855 in Betrieb genommen. Sie war, wie oft bei der CME, zunächst ein Haltepunkt mit provisorischem einstöckigen Fachwerkgebäude mit Satteldach. Es befand sich auf dem Grundstück des Hofes Poppensieker im kleinen Dörfchen Löhne. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1850 musste aufgrund des stark zunehmenden Verkehrs ein zweites Streckengleis verlegt werden. Die CME baute im Auftrag der Königlich Hannöversche Staatseisenbahnen die 47,15 Kilometer lange Strecke von Löhne nach Osnabrück, die sogenannte "Hannoverische Westbahn", die am 21. November 1855 eröffnet wurde. Beide Eisenbahngesellschaften bauten ein gemeinsam genutztes Empfangsgebäude. Die Reisenden mussten die Gleise überqueren, manchmal sogar zwischen den stehenden Güterwagen hindurch, um zum Stationsgebäude oder zum Zug zu kommen.

Das Empfangsgebäude Löhne

Im gleichen Jahr begannen die Bauarbeiten für ein Stationsgebäude in Insellage und Rundbogenstil , das 1860 in Betrieb ging. Das mehrgliedrige Backsteingebäude in Seitenlage bestand aus einem dreistöckigen Hauptgebäude auf quadratischem Grundriss, mit Giebelrisaliten (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) auf allen vier Gebäudeseiten. Ein einstöckiger Anbau ergänzte das Gebäude im Osten. Im Westen schloss sich ein mehrgliedriger Gebäudekomplex mit einem mittleren, giebelständigen und zweistöckigen Gebäudeteil mit jeweils einem traufenständigen, anderthalbstöckigen Bauwerk an. Dieses Gebäude oder Teile davon könnten auch erst später entstanden worden sein. Der Hausbahnsteig war nur teilweise überdacht. Das provisorische Fachwerkgebäude wurde 1860 abgebaut. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Die Verkehrssituation verschlimmerte sich, als am 19. Mai 1875 eine 81,93 Kilometer lange Strecke über Hameln nach Elze (Han) von der Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft (HAE) eröffnet wurde. Der Bahnhof Löhne war damit eine bedeutende Bahnstation geworden. 1879 erfolgte die Verstaatlichung aller Privatbahnen u. a. der CME. 1885 wurde endlich eine Unterführung gebaut, die der gefährlichen Situation für die Passagiere ein Ende setzte. 1892 begannen umfangreiche Umbaumaßnahmen im Bahnhof. Dabei wurde der Hausbahnsteig verlängert, der Bahnsteig der HAE abgetragen und ein neuer großzügigerer Bahnsteig gebaut. Die Lokstationen der HAE und der "Hannoverische Westbahn" wurden abgerissen und durch einen Ringlokschuppen mit Drehscheibe ersetzt. Es entstanden neun Stellwerksgebäude. 1916 baute die DR einen neuen Bahnhof. Er sollte erstmalig einen kreuzungsfreien Verkehr der Hauptstrecken gewährleisten. Der Kreuzungsbahnhof erhielt zusätzlich Rangiergleise und ein Empfangsgebäude im Großstadtformat. Seine Ausdehnung betrug 3 Kilometer. Fünf Bahnsteige für zehn Gleise auf einer Länge von 405 Meter waren Dimensionen, die dem Dorf Löhne in keiner Weise entsprachen. Noch heute ist das Empfangsgebäude voll funktionsfähig. Weiter entstand ein Rangierbahnhof mit Ablaufberg und ein Gepäcktunnel.

Das zweite Empfangsgebäude

Der 1916 eröffnete mehrgliedrige, mehrstöckige Klinkergebäude in Seitenlage mit Walmdächern und großer Empfangshalle. Es war ein Bauwerk, deren drei traufenständige, parallel verzahnte und nach Westen versetzte rechteckige Gebäudeteile miteinander verbunden waren. Der Personentunnel endete in der Schalterhalle, mit Auskunft, Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie den Zugang zu den Aborten, drei Wartesälen und dem Bahnhofsrestaurant. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 14. März 1945 wurden große Teile des Bahnhofs durch Bombenabwurf zerstört. Das Stationsgebäude blieb dabei weitgehend intakt. Ein Stellwerksgebäude und das Reiterstellwerk riss die Bahn später ab. 1970 erhielt der Bahnhof ein Stellwerksgebäude mit modernem Stellwerk, das die alten Stellwerke ablöste. Vier Stellwerksgebäude wurden abgerissen. Am 26. April 1991 erhielten die Fenster oberhalb des Haupteingangs eine Bleiverglasung vom Künstler Horst Bohatschek. Eine Wandmalerei entstand nach der Renovierung der Schalterhalle vom Maler Heinrich Vollmer. Das Empfangsgebäude wurde am 22. Juni 2013 zur Versteigerung angeboten und an eine Privatperson verkauft. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude ist in seinen wesentlichen Teilen erhalten. Weitere Informationen zum Stationsgebäude und dem Verein „Löhne Umsteigen“ gibt es unter: http://www.loehne-umsteigen.de/
Bilder Löhne (Westf)
Bahnhof von 1855
Luftaufnahme
Bahnhof 1916
Die Eisenbahn “kam” am 15. Oktober 1847 nach Löhne. Also zwölf Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Löhne hatte zu diesem Zeitpunkt 7.764 Einwohner (Ende 2020 waren es 39.871 Einwohner).
Bahnhof von 1855 Bahnhof 1916 Löhne - Rheine Löhne (Westf) Rheine Hannover - Hamm Hannover Hbf Hamm (Westf) Hbf

Bahnstation Löhne (Westf)

Planung und Konzession